Straßer Vermögenskompass Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze

Globale Aktienmärkte nahe Allzeithoch
Weiterhin höhere Inflation erwartet
Rohstoffpreise weiterhin auf sehr hohem Niveau

Hintergrund

Bullenmärkte dominieren langfristig die Börse

Ein Blick auf die Entwicklung des S&P 500 seit 1949 zeigt ein sehr konsistentes Muster: Aufwärtsphasen überwiegen nicht nur in ihrer Häufigkeit, sondern vor allem in ihrer Dauer und Intensität. Im Durchschnitt dauern Bullenmärkte rund 5,3 Jahre und erzielen dabei eine beeindruckende Gesamtrendite von etwa +254 %. Demgegenüber stehen Bärenmärkte, die im Schnitt nur rund 1 Jahr anhalten und Verluste von etwa –31 % mit sich bringen.

Besonders auffällig ist die Struktur dieser Marktzyklen: Während Korrekturphasen häufig abrupt auftreten und emotional stark wahrgenommen werden, verlaufen Aufwärtsphasen deutlich länger und nachhaltiger. Einige der größten Bullenmärkte erstrecken sich über Zeiträume von mehr als einem Jahrzehnt und generieren dabei Wertzuwächse von mehreren hundert Prozent. Diese langfristigen Trends sind der zentrale Treiber für Vermögensaufbau an den Kapitalmärkten.

Der zuletzt dargestellte Bärenmarkt fällt im historischen Vergleich eher moderat aus. Mit einem Rückgang von rund –19 % über etwa ein Jahr liegt er deutlich unter den stärkeren Einbrüchen vergangener Jahrzehnte, die teils Verluste von über –50 % verzeichneten. Gleichzeitig zeigt sich auch hier das typische Muster: Nach der Korrekturphase setzt relativ zügig wieder eine neue Aufwärtsbewegung ein.

Für Investoren ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Nicht das Timing einzelner Marktphasen entscheidet über den Anlageerfolg, sondern die konsequente Teilnahme an den langfristigen Aufwärtstrends. Wer versucht, Rückgänge zu vermeiden, läuft Gefahr, die stärksten Erholungsphasen zu verpassen. Historisch betrachtet ist daher Zeit im Markt der entscheidende Erfolgsfaktor – insbesondere für strategisch ausgerichtete Anleger mit langfristigem Anlagehorizont.

Aktuelles zum Markt

Erholung im April

Die internationalen Kapitalmärkte präsentierten sich im April insgesamt klar positiv und konnten sich spürbar von den zwischenzeitlichen Rücksetzern erholen. Nach einer Phase erhöhter Volatilität gelang es insbesondere den US-Märkten, verlorenes Terrain zügig zurückzugewinnen und sich wieder in Richtung ihrer Höchststände zu entwickeln. Diese Dynamik unterstreicht die weiterhin hohe Resilienz der Aktienmärkte.

Gleichzeitig blieb das makroökonomische Umfeld anspruchsvoll. Die Inflationsentwicklung zeigte sich weiterhin hartnäckig und lag in Teilen über den Erwartungen. Dies führte dazu, dass sich die Hoffnung auf schnelle und umfassende Zinssenkungen weiter relativierte. Entsprechend blieb die Geldpolitik ein zentraler Einflussfaktor für die kurzfristige Marktentwicklung, ohne jedoch den übergeordneten Aufwärtstrend nachhaltig zu beeinträchtigen.

Die US-Börsen entwickelten sich im internationalen Vergleich erneut überdurchschnittlich robust. Sowohl der S&P 500 als auch der NASDAQ 100 profitierten von einer anhaltend starken Nachfrage nach wachstumsorientierten Titeln. Insbesondere der Bereich Künstliche Intelligenz blieb der dominierende Treiber dieser Entwicklung. Die hohen Investitionen in Infrastruktur, Rechenkapazitäten und Anwendungen spiegeln die Erwartung wider, dass KI ein zentraler Produktivitäts- und Wachstumsmotor der kommenden Jahre sein wird.

Unsere Einschätzung

Die Kapitalmärkte zeigen sich weiterhin bemerkenswert robust. Kurzfristige Unsicherheiten durch Inflation und Geldpolitik bleiben bestehen, verlieren jedoch an Einfluss gegenüber den dominierenden strukturellen Wachstumstreibern. Insbesondere die Dynamik im Technologiesektor stützt das Marktumfeld nachhaltig und spricht für ein weiterhin konstruktives Gesamtbild. Wir bleiben weiterhin investiert und denken langfristig.

 

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